Unsere Jahresheiligen 2026

Im Jahr 2026 begleitet uns die heiligen Konrad und Gebhard.
Wir bitten sie um ihre Fürsprache.

GEBHARD VON KONSTANZ


Gebhardsstatue in der Pfarrkirche Gaißau (Vorarlberg). Foto: Böhringer Friedrich (CC BY-SA 2.5)
Gebhardsstatue in der Pfarrkirche Gaißau (Vorarlberg). Foto: Böhringer Friedrich (CC BY-SA 2.5)
Bischof
Namensdeutung: starker Geber (althochdt.)
Namenstage: Gebhard, Gebhardt, Gebhart, Gebbert
Gedenktag: 26. November

Lebensdaten: geboren am 7. August 949 in Bregenz, gestorben am 27. August 995 in Konstanz

Lebensgeschichte: Gebhard war der jüngste Sohn des reichsadligen Grafen von Bregenz und kam auf der Burg Hohenbregenz auf dem heutigen Bregenzer Gebhardsberg zur Welt. Er wurde seinem Onkel Bischof Konrad von Konstanz zur Erziehung anvertraut, besuchte dessen Domschule und wurde von ihm zum Priester geweiht. 979 wurde Gebhard als designierter Nachfolger Konrads von Kaiser Otto II. ernannt und von Erzbischof Willigis in Mainz zum Bischof von Konstanz geweiht. Der Kaiser, mit dem er eng befreundet war und dessen Gattin Theophanu er als Berater diente, stattete ihm 980 einen Besuch ab, ebenso wie Gebhards Patenkind Kaiser Otto III. in den Jahren 988 und 994.

In seinem Bistum setzte Gebhard die Reformarbeit seines Onkels Konrad in der Seelsorge sowie dessen Fürsorge um Arme fort. Er sorgte für die Bildung und die Glaubensvertiefung des Klerus und legte den Menschen das Erlernen eines Handwerks für ihren Lebensunterhalt nahe. Das Kirchenbauprogramm Konrads führte er 983 durch die Gründung eines Benediktinerklosters weiter, das wegen seiner dem Petersdom nachempfundenen Kirche später Petershausen hieß. Dieses erste bischöfliche Eigenkloster auf deutschem Boden stattete Gebhard mit seinen Erbgütern aus. Von einem Romaufenthalt brachte er die Hauptreliquie Papst Gregors des Großen für sein Kloster mit, in dem er 995 starb und beigesetzt wurde.

Verehrung: Gebhards ununterbrochene Verehrung in Konstanz kam 1134 mit der feierlichen Erhebung seiner Gebeine durch Bischof Ulrich II. zum Ausdruck, blieb jedoch auf die Stadt beschränkt und erlosch sogar, nachdem die protestantischen Bilderstürmer seine Reliquien 1530 in den Rhein geworfen hatten, bis 1670 Wallfahrten auf den Bregenzer Gebhardsberg einsetzten. 1723 wurde dort die Gebhardskapelle eingeweiht und 1821 mit einer Armreliquie Gebhards versehen. Im Bistum Feldkirch sowie im Erzbistum Freiburg wird sein Gedenktag an seinem Todestag am 27. August begangen.

Darstellung: als Bischof mit Stab oder Papst-Totenkopf

KONRAD VON KONSTANZ


Weingartener Stifterbüchlein, um 1510
Weingartener Stifterbüchlein, um 1510
Bischof
Namensdeutung: tapferer Berater (althochdeutsch)
Namenstage: Konrad, Conrad, Konradin, Conny, Corrado, Cord, Kunz
Gedenktag: 26. November

Lebensdaten: geboren um 900 auf der Haslachburg bei Weingarten, gestorben am 26. November 975 in Konstanz

Lebensgeschichte: Konrad stammte aus dem Geschlecht der schwäbischen Welfen, erhielt seine Ausbildung in der Konstanzer Domschule und wurde Dompropst. 934 wählte ihn das Domkapitel auf Empfehlung von Bischof Ulrich von Augsburg zum Bischof von Konstanz. Angeregt von seinen Pilgerreisen, von denen er zahlreiche Reliquien mitbrachte, setzte er ein Kirchenbauprogramm um, das sich an Rom orientierte und an Jerusalem, wohin er dreimal pilgerte. Kreuzlingen erhielt seinen Namen von einer Kreuzreliquie, die er einem Spital bei dessen Gründung stiftete. Darin fanden zwölf Bedürftige auf seine Rechnung dauerhaft Wohnung.

Konrad war eng mit Kaiser Otto I. verbunden und ließ zum Gedenken der Schlacht auf dem Lechfeld von 955, auf der die Lanze des heiligen Moritz als Siegeszeichen geführt wurde, neben der Domkirche das Stift St. Mauritius als Nachbau der Jerusalemer Grabeskirche errichten. Zum Dank erhielt seine Domkirche 962 Reichsbesitz im Breisgau. Konrad reformierte die Seelsorge in seinem Bistum und sicherte das Auskommen des Domkapitels, damit es besser seinen priesterlichen Aufgaben nachkommen konnte.

Über 40 Jahre durfte er als Hirte die Diözese Konstanz leiten, bevor er am 26. November 975 unter großer Anteilnahme seiner Gläubigen starb.

Verehrung: Konrad wurde in der Mauritiuskirche beigesetzt und hundert Jahre später in ein Hochgrab im Konstanzer Münster umgebettet. 1123 wurde er auf dem Ersten Laterankonzil heiliggesprochen. Während der Reformation wurden seine Reliquien in den Bodensee geworfen – mit Ausnahme des Hauptes, das in Sicherheit gebracht werden konnte. Es ist heute wertvollster Bestandteil des Münsterschatzes.

Darstellung: als Bischof mit Kelch und der Spinne, die er der Legende nach mitgetrunken hat